Bullish für Krypto: Ex-IMF-Ökonom fordert negative Zinssätze

Der ehemalige Chefökonom des IWF, Kenneth Rogoff, erklärt, dass die Zentralbanken negative Zinssätze in Betracht ziehen sollten. Seine Worte sind in Wirklichkeit kryptische Vermögenswerte mit grünem Licht, die von Nutzen sein könnten, sollte die Federal Reserve sich für diesen Weg entscheiden.

Krypto-Aktiva könnten vor dem Hintergrund negativer Zinssätze einen Boom erleben

Da den Zentralbanken die Möglichkeiten zur Stimulierung ihrer jeweiligen Wirtschaft ausgehen, macht das Gerede von negativen Zinssätzen die Runde.

Negative Zinssätze bestrafen die Sparer und belohnen die Kreditnehmer, ein völlig unkonventionelles und rückständiges Konzept. Damit dürfte der Krypto-Währungsmarkt gewinnen, da die Sparer anderswo nach besseren Geschäften suchen.

Dennoch behauptet Rogoff, dass negative Zinssätze im Falle eines Ausbleibens einer raschen Erholung unter dem Gesichtspunkt der Schadensminimierung sinnvoll sind.

Bitcoin MünzeDas vorgebrachte Argument behauptet, dass zwischen staatlich unterstützten Konjunkturmaßnahmen und negativen Zinssätzen letztere konventioneller funktionieren. Dadurch wird sie zur bevorzugten Option.

„Wenn man es richtig macht – und jüngste empirische Beweise unterstützen dies zunehmend – würden negative Zinssätze ähnlich wie normale Geldpolitik funktionieren, die Gesamtnachfrage ankurbeln und die Beschäftigung erhöhen.

Um diese Politik wirksam zu machen, müsse man dem Horten von Bargeld in großem Maßstab entgegenwirken, fährt er fort. Dies gilt auch für Unternehmen und Branchen, die bekanntermaßen große Geldhortung betreiben, darunter Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften.

„Wenn das Horten von Bargeld in großem Maßstab vom Tisch wäre, würde das Problem der Weitergabe negativer Zinssätze an Bankeinleger – die vernünftigste Sorge – beseitigt.

Gegenwärtig können die Kryptozinsen für Sparer jedoch bis zu 8,6% betragen. Darüber hinaus sind auch passive Gewinne durch das Abstecken von Krypto-Vermögenswerten möglich. Laut stakingrewards.com kann dies bis zu 38% betragen. Bei etablierteren Projekten wie Icon können es auch 15% sein.

Daher macht es für die Sparer finanziell wenig Sinn, im Fiat zu bleiben. Und sollte die Fed negative Zinssätze einführen, ist es durchaus plausibel, dass es zu Massenzuflüssen in den Krypto-Raum kommen würde.

Schwedens Experiment scheitert noch immer an der Meinung

Negative Zinssätze sind nicht nur eine unkonventionelle Politik, sondern im großen Rahmen der Wirtschaftstheorie auch ein relativ neues Phänomen.

Die schwedische Zentralbank war die erste, die einen negativen Zinssatz verwendete. Im Juli 2009 senkte die Riksbank ihre täglich fälligen Einlagen auf -0,25%.

Darauf folgte die EZB im Juni 2014, als sie ihren Einlagensatz auf -0,1% senkte. Seitdem ist der Einlagensatz der EZB weiter gesunken, derzeit liegt er bei -0,5%.

Im Februar 2015 kehrte Schweden jedoch wieder in den negativen Bereich zurück. Die Riksbank entschied sich dafür, dies nicht zu tun, um die Wirtschaft zu stimulieren, die in jenem Jahr um 4,4% wuchs, sondern um der Gefahr einer Deflation entgegenzuwirken.

Ende 2019 wurde dem ein Ende gesetzt, als die Riksbank wieder auf 0% zurückkehrte. Fünf Monate später sind sich die Ökonomen nach wie vor uneins darüber, ob dies ein Erfolg war oder nicht.

Die Chefökonomin der Denkfabrik OMFIF, Danae Kyriakopoulou, bleibt skeptisch. Er wies darauf hin, dass negative Zinssätze das Inflationsziel der Zentralbanken nicht erreichten. Hinzu kommt, dass die Folgewirkungen, wie etwa die Beibehaltung überhöhter Vermögenspreise, nur dazu dienen, eine falsche Wirtschaft zu stützen.